Nach Klick auf den Stimmgerät-Button oder alternativ nach Anwahl des Menüpunktes Programm/Stimmgerät erscheint unterhalb der Funktionsleisten das Stimmgerät Fenster:
Die zwölf quadratischen Felder repräsentieren die zwölf Halbtöne einer Oktave. Bei gleichstufiger Stimmung sind sie wie oben angegeben beschriftet. Bei allen ungleichstufigen Stimmungen sind sie gemäß den Tonbezeichnungen der zum gewählten Grundton gehörenden Tonleiter beschriftet. Zusätzlich erscheint eine Angabe der Abweichung der einzelnen Töne vom jeweiligen gleichstufig gestimmten Ton in Cent.
Für die ungleichstufige Stimmung "Mittelton Aaron 1523/ Prätorius 1619" mit Grundton C und Bezugston A ergibt sich beispielsweise folgendes Bild:
Die Tonbezeichnungen entsprechen der C-Dur Tonleiter. Da A als Bezugston gewählt wurde, ist hier die Abweichung von der gleichstufigen Stimmung = 0 Cent. Das C liegt dagegen um 10,3 Cent höher als das C in gleichstufiger Stimmung.
Mit dem Aufruf des Stimmgerät-Fensters startet auch die Messung, d.h. das Programm wertet ständig das empfangene Mikrofonsignal aus und versucht, einen Ton zu identifizieren, ihn dem nächstliegenden Ton innerhalb der Oktave zuzuordnen und die Abweichung vom durch die Stimmparameter festgelegten Sollwert in anschaulicher, analoger Weise darzustellen. Diese Analoganzeige funktioniert folgendermaßen:
Im Feld des Tones, der dem identifizierten Grundton am nächsten liegt, erscheinen zwei blaue Kreisflächen, die mit einer zur Abweichung vom Sollwert proportionalen Geschwindigkeit um den Mittelpunkt des Quadrates rotieren. Bei positiver Abweichung (zu hoher Ton) rotieren sie im Uhrzeigersinn, bei negativer Abweichung (zu tiefer Ton) gegen den Uhrzeigersinn. Je geringer der Betrag der Abweichung ist, desto langsamer ist die Drehung. Stimmen empfangener Ton und Sollwert genau überein, so verharren die beiden Kreisflächen in Ruhe.
Dabei kommt es nicht auf die Position der Kreisflächen an, sondern nur auf ihren Bewegungszustand. Je höher der Betrag der Abweichung ist, desto schneller ist die Rotation. Überschreitet die Abweichung den halben Tonhöhenabstand zum nächsthöheren bzw. nächstniedrigeren Halbton, so wechselt die Anzeige in das entsprechende, diesem Ton zugeordnete Feld.
Die Analoganzeige folgt unmittelbar allen Veränderungen des gespielten Tones. Sie ist für das Auge leicht erfaßbar, und erlaubt daher eine schnelle Beurteilung der Stimmung des zu prüfenden Instrumentes.
Zusätzlich zu dieser Analogdarstellung werden die Abweichung in Cent zum nächstgelegenen Halbton sowie die gemessene Frequenz in Hz digital angezeigt:
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Die Anzeige erfolgt in ganzen Centwerten ohne Nachkommastellen. Dies ist für die Beurteilung der Stimmlage vollkommen ausreichend und entspricht auch in etwa der Genauigkeit, mit der die Werte gemessen werden (siehe Kapitel Frequenzmessung und Tonanalyse). Bei den unleichstufigen Stimmungen sind die berechneten Centabweichungen an den einzelnen Tönen mit einer Nachkommastelle angegeben und beim Menüpunkt Berechnungen noch exakter mit zwei Nachkommastellen. Es sind dies gerundete Werte, die sich aus den mit hoher Genauigkeit berechneten Daten von Thomas Mengler ergeben.
Die Trägheit der Anzeige wird durch die Dauer eines Messzyklus bestimmt. Sie beträgt bei Tönen > 350 Hz ca. 1/20 Sekunde für die Signalregistrierung plus Rechenzeit, die von der CPU Taktrate abhängig ist. Mit abnehmender Frequenz muss die Zeit der Signalregistrierung (Abtastzeit) zunehmend verlängert werden, um gleichbleibende Messgenauigkeit zu gewährleisten (bis zu ca. 0,4 s bei Tönen < 60 Hz). Dadurch erhöht sich die Reaktionsträgheit der Anzeige (siehe auch Frequenzmessung und Tonanalyse).
Rufen Sie das Stimmgerät zum ersten Mal auf, erscheint zusätzlich ein Popup-Fenster, in dem Sie eine Demonstration des Anzeigevorgangs im Stimmgerät starten können.
Da Sie diese Demonstration später nicht mehr benötigen werden, können Sie das erneute Erscheinen des Popup Fensters durch Markieren einer Checkbox verhindern. Sie können die Demonstration aber jederzeit im Stimmgerätmodus über den Button Demo wieder aufrufen.